Die Niederösterreicherin – Traut euch (mehr zu!)

Freitag
19
Februar

In der Februar-Ausgabe des Magazins „Die Niederösterreicherin“ verrät BSFZ Südstadt Managerin Noelle Kliment, wie ihr das MBA Studium „Strategic Management und Corporate Entrepreneurship“ dabei hilft, ihr hart erarbeitetes praktisches Know-how mit aktuellen, wissenschaftlich fundierten Wissen zu krönen.

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TRAUT EUCH (mehr zu)!

2021 werden sich wieder sieben Frauen über ein Teil-Stipendium freuen. Ein Lehrgang an der LIMAK mit Sitz in Linz und Wien ist eine Bereicherung, privat wie im Beruf, findet die zielstrebige „Neo-Studentin“ Noelle Kliment, seit 14 Jahren BSFZ Südstadt-Managerin.

Es war ein Novum in einer männerdominierten Welt: 2007 kam Noelle Kliment als Führunsgkraft ins Management Team der Bundessport- und Freizeiteinrichtungen (BSFZ) Südstadt in Maria Enzersdorf. Sie ließ sich von dem darauffolgenden Hürdenlauf nicht unterkriegen, entwickelte sich durch Learning by Doing stets weiter. Als ihr vor wenigen Jahren in der NIEDERÖSTERREICHERIN ein Artikel über die LIMAK Austrian Business School ins Auge sticht, springt der Funke über. Noelle Kliment beschließt: Ihr hart erarbeitetes praktisches Know-how will sie mit aktuellen, wissenschaftlich fundierten Erkenntnissen krönen. Sie studiert seit 2019 berufsbegleitend und begeistert Strategic Management und Corporate Entrepreneurship.

Sport ist seit jeher ihr Lebenselixier. „Ich bin in einer sportlichen Familie aufgewachsen. Kaum dass ich gehen konnte, stand ich schon auf Skiern.“ Eine hoffnungsvolle Karriere als Läuferin beendeten vorzeitig wiederkehrende Probleme mit der Achillessehne; was sie aus dem Leistungssport mitnahm, trägt sie hingegen bis heute durch herausfordernde Phasen, sagt die Managerin.

NIEDERÖSTERREICHERIN: Salopp formuliert: Sie haben vor 14 Jahren Sport- gegen Business-Outfit getauscht. Wie kam es dazu?

Noelle Kliment: Nach Trainerausbildungen wurde ich Lehrbeauftragte der Bundessportakademie Wien und lernte die BSFZ Standorte in ganz Österreich kennen. So konnte ich mich im Sportnetzwerk gut etablieren. Es wurde mir nichts geschenkt, aber ich habe die Chance bekommen, mich als Geschäftsführerin zu beweisen.

Wie haben Sie Ihren Start als BSFZ-Südstadt Managerin erlebt?

Die Sportbranche ist grundsätzlich ein positives, freundliches Umfeld, aber ich hatte es als junge Frau – ich war damals nicht einmal 30 Jahre alt – nicht leicht. Ich war aber nie schüchtern, vieles, das ich im Leistungssport gelernt hatte, Ehrgeiz, Disziplin, Entscheidungsfreudigkeit, offene Kommunikation und Teamgeist, waren dabei hilfreich. Auch die Erkenntnis, dass man mit Rückschlägen umgehen muss.

Wie sieht Ihr Aufgabengebiet heute aus?

Wir wollen optimale Trainingsstätten bereitstellen, um den Weg zu sportlichen Erfolgen zu ebnen. Ich sehe es als meine Mission, innovativ zu denken und zu handeln, um stets moderne Infrastruktur und das bestmögliche Service anbieten zu können.

Warum haben Sie sich für das MBA-Studium „Strategic Management und Corporate Entrepreneurship“ an der LIMAK entschieden?

Das Studium ist für meine Tätigkeit als Geschäftsführerin wie maßgeschneidert und berufsbegleitend möglich. Ich wollte meinen Horizont erweitern und ganz ehrlich: ein abgeschlossenes Studium für mich selbst.

Wie profitieren Sie davon?

Auf sehr vielen Ebenen, auch in meiner persönlichen Entwicklung. Das Studium zeigt viele neue Perspektiven auf, es bietet einen neuen Zugang zu wissenschaftlichem Arbeiten und Denken, man bekommt viele fundierte Hintergrundinformationen. Zudem lerne ich interessante Studienkollegen und -kolleginnen kennen und baue ein neues Netzwerk aus unterschiedlichen Branchen auf; wir tauschen uns viel aus, das ist auch für die Zukunft sehr wertvoll.

Gab es auch etwas, das Sie womöglich überraschte?

Tatsächlich! Bei der Spezialisierung Strategic Management und Corporate Entrepreneurship war ich die einzige Frau unter lauter Geschäftsführern. Das stört mich nicht persönlich, ich fühle mich wohl in der Runde, aber ich dachte mir: Das kann es nicht sein in der heutigen Zeit! Frauen haben genauso viel drauf wie Männer, ich will mich ja nicht zu weit hinauslehnen: gerade in leitenden Positionen fallweise menschlich sogar mehr (lacht). Aber Frauen sollten sich mehr zutrauen; sie stehen sich manchmal selbst im Weg, sind zu selbstkritisch. Ich habe anfangs viel Durchhaltevermögen gebraucht, aber bei uns in den Bundessporteinrichtungen sicher Wege geebnet; so bin ich mittlerweile glücklicherweise nicht mehr die einzige Leiterin.

Wie erleben Sie das Studieren selbst?

Zeitintensiv! (lacht) Aber wer bereit ist, eine Zeitlang Abende und Wochenenden zu opfern, dem kann ich nur raten, diese Möglichkeit zu nutzen. Ich habe es keine Sekunde bereut.

Wie hat Sie das Studium persönlich verändert?

Ich habe mir in meiner Laufbahn als Geschäftsführerin immer alles angehört und angesehen und dann häufig mein Bauchgefühl entscheiden lassen – bis heute und mit Erfolg; jetzt habe ich aber auch das Hintergrundwissen dazu.

Das Semester mit dem Fokus auf Leadership, also auf den Umgang mit Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen, habe ich sehr gemocht. Ich arbeite gerne mit Menschen zusammen, ich mag die Herausforderung, dass alle unterschiedlich sind. Wir haben ein Dienstleistungsunternehmen, da ist ein guter Teamspirit und wie man auf die Kundinnen und Kunden zugeht, sehr wichtig. Die Leute wollen auch ihre Sache gut machen, aber sie brauchen eine gute Führung: Du musst den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine Plattform bieten, sprechen zu können und ihnen auch tatsächlich zuhören, wo sie stehen, wohin sie wollen.