Erfolgsfaktoren agiler Zusammenarbeit

Freitag
11
Dezember

Julia Haselsteiner, MSc., aus dem LIMAK IN.SPIRE forschte in ihrer Masterthesis zum Thema agile Zusammenarbeit.

Eine Methode, auf die mittlerweile viele Unternehmen im F&E Bereich vertrauen und sich davon höhere Innovationsgrade bei gleichzeitig kürzeren Markteinführungszeiten versprechen.

Doch, was treibt den Erfolg in agilen Teams? Aus wissensbasierter Sicht ist es vor allem die Fähigkeit der Teammitglieder ihre unterschiedlichen Wissensstränge zu integrieren, um neues Wissen in Form von innovativen, neuen Produkten oder Prozessen zu schaffen. Im Rahmen ihrer Masterthesis im Masterstudium General Management an der JKU, untersuchte Julia Haselsteiner die wissensintegrierenden Mechanismen und Praktiken in zwei verschiedenen agilen Produktentwicklungsteams eines österreichischen Fertigungsunternehmens, das auf die Entwicklung und Herstellung von Maschinen spezialisiert ist.

Es zeigte sich, dass mit der Schaffung eines innovationsfördernden Klimas und eines innovationsorientierten Mindsets agile Arbeitsweisen Vorteile gegenüber herkömmlichen Formen des Projektmanagements bieten können. Allerdings ist nicht jede Art von Projekten für die Methodik geeignet. Entwicklungsprojekte, die sich nur mit kleinen Verbesserungen befassen oder Aufgaben, die hohen Routinecharakter haben, erfordern häufig nicht die intensive Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Abteilungen, die mit einem agilen Projektmanagement einhergeht. In unsicheren und neuartigen Kontexten, in Konzeptphasen und in anderen Phasen, in denen eine enge Koordination und Zusammenarbeit erforderlich sind, kann die agile Produktentwicklung aber entscheidende Vorteile gegenüber herkömmlichen Projektmanagementmethoden erzielen, indem sie den Austausch zwischen Abteilungen fördert und damit den Weg für eine höhere Innovationsleistung ebnet.

Die Studie zeigte des Weiteren jedoch auch, dass interpersonale Konflikte den Prozess der Wissensintegration stören können. Das aktive Management solcher potenziellen Störungen, beispielsweise durch flexible Anpassung der agilen Methodik an die aktuellen Koordinierungs- und Kollaborationbedürfnisse von Teams, kann die Innovationsleistung aber aufrechterhalten und Unternehmen einen wichtigen Vorsprung gegenüber ihrer Konkurrenz verschaffen.

Julia Haselsteiner entwickelte auf Basis der Erkenntnisse ein Modell der Wissensintegration in agilen Produktentwicklungsteams, das spannende Erkenntnisse für die Praxis ableiten lässt und in weiterer Folge von dem untersuchten Unternehmen auch als Basis für die Weiterentwicklung des Methodeneinsatzes herangezogen wird.