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KI-Konferenz „AI in Action“ an der LIMAK: Wie Unternehmen Künstliche Intelligenz erfolgreich in die Praxis bringen

KI-Konferenz

KI-Konferenz „AI in Action“ an der LIMAK

KI Konferenz Gruppenfoto der Speaker Martin Sporrer, Livia Rainsberger, Klaus Weissmann, George Wallner, Alexander Brendel-Schauberger und Kristiana Roth

Wie Unternehmen Künstliche Intelligenz erfolgreich in die Praxis bringen

Wie gelingt der Schritt von der KI-Idee zur erfolgreichen Umsetzung im Unternehmen? Und wie können Organisationen Künstliche Intelligenz so einsetzen, dass sie tatsächlich Mehrwert schafft?

 

Diese Fragen standen im Mittelpunkt der LIMAK KI-Konferenz „AI in Action – Von der Idee zur Umsetzung“, die am 12. März 2026 an der LIMAK Austrian Business School in Linz stattfand. Führungskräfte, Innovationsverantwortliche und Expert*innen aus Wirtschaft und Forschung kamen zusammen, um konkrete Anwendungsfelder, strategische Perspektiven und aktuelle Entwicklungen rund um Künstliche Intelligenz im Unternehmenskontext zu diskutieren. 

Im Fokus der Konferenz standen praxisnahe Use Cases, Best Practices und konkrete Erfahrungen und Fails aus Unternehmen, die zeigen, wie KI bereits heute Prozesse verändert, Entscheidungen unterstützt und Innovation ermöglicht 

KI im Unternehmen: Von der Vision zur Umsetzung 

Künstliche Intelligenz ist längst mehr als ein Zukunftstrend. Sie verändert bereits heute, wie Organisationen arbeiten, entscheiden und wirtschaften. Gleichzeitig stehen viele Unternehmen vor der Herausforderung, das Potenzial von KI realistisch einzuschätzen und konkrete Anwendungsfelder zu identifizieren.  

Genau hier setzte die Konferenz „AI in Action“ an: Statt theoretischer Diskussionen standen konkrete Umsetzungserfahrungen und strategische Perspektiven für Führungskräfte  und Fachexpert*innen im Mittelpunkt. 

Teilnehmer*innen erhielten Einblicke in aktuelle Entwicklungen rund um:

 

  • strategische Integration von KI in Organisationen
  • Automatisierung und Effizienzsteigerung durch KI
  • datenbasierte Geschäftsmodelle
  • notwendige Leadership- und Transformationsprozesse rund um das Thema KI

Dabei wurde deutlich: Der erfolgreiche Einsatz von KI entsteht vor allem dort, wo Strategie, Technologie und organisationale Transformation zusammenspielen. 

Expert*innen aus Wirtschaft und Forschung teilen ihre Perspektiven 

14 nationale und internationale Expert*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Beratung beleuchteten unterschiedliche Dimensionen des KI-Einsatzes in Unternehmen.

In ihren Keynotes, Insight Sessions und Beiträgen im Rahmen der Panel Discussions zeigten sie, wie Unternehmen KI verantwortungsvoll einsetzen, strategisch skalieren und erfolgreich in ihre Organisation integrieren können. 

Die Beiträge machten deutlich, dass KI nicht nur technologische Kompetenz erfordert, sondern vor allem strategische Führung und neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Technologie.

Praxisnahe Use Cases: KI im Arbeitsalltag von Unternehmen 

Ein zentrales Element der Konferenz waren konkrete Praxisbeispiele aus verschiedenen Unternehmensbereichen. 

Diskutiert wurden unter anderem Anwendungen von KI in:

 

  • HR und Leadership
  • Produktentwicklung
  • Vertrieb
  • Form von AI Agents
  • Innovation 

In interaktiven Sessions und Workshops konnten Teilnehmer*innen zudem aktuelle KI-Tools und Anwendungsmöglichkeiten kennenlernen und diskutieren 

Der Fokus lag dabei konsequent auf der Frage:
Wie gelingt der Schritt von der KI-Idee zur nachhaltigen Implementierung im Unternehmen?

Key Takeaways der KI-Konferenz „AI in Action“ 

Takeaway 1 – Strategische Perspektive 

KI entfaltet ihren Mehrwert dort, wo sie aus der Unternehmensstrategie heraus gedacht und gezielt an konkreten Herausforderungen angesetzt wird.

 

Takeaway 2 – Umsetzung in Unternehmen 

Erfolgreiche KI-Anwendungen entstehen nicht durch punktuelle Tool-Nutzung, sondern durch das Zusammenspiel von Daten, Infrastruktur, relevantem Kontext, sorgfältigem Testing und klarer menschlicher Aufsicht.

 

Takeaway 3 – Führung und Organisation 

Mit dem Einsatz von KI-Agenten, kollaborativen Mensch-Maschine-Setups und neuen Arbeitsmodellen wird KI zunehmend zur Führungsaufgabe – und Leadership wichtiger denn je: Gefragt sind Orientierung, Verantwortungsbewusstsein, Kompetenzaufbau und die Fähigkeit, organisationale Veränderung aktiv zu gestalten.

Was waren die Zentralen Themen?

Mit KI an die Spitze: Lernen von den internationalen Vorreitern – DI Harald Leitenmüller zeigte in seiner Keynote, wie KI und Mensch künftig enger zusammenarbeiten und was sogenannte AI Frontier Firms bereits heute auszeichnet. Auf dem Weg dorthin skizzierte er drei Entwicklungsstufen – von KI-gestützter Einzelarbeit über Agenten in Teams bis hin zu KI-basierten Operating-Modellen. Neben KI-Kompetenz bleiben dabei vor allem menschliche Stärken wie Anpassungsfähigkeit, Konfliktmanagement und innovatives Denken entscheidend.

 

How to Lead AI Transformation: Lessons from the Front Lines – Dr. Soheyla Mirshahi zeigte, dass AI keine Strategie ist, sondern der „Glue“: Die Strategie muss zuerst kommen. AI-Projekte sind dabei nur die Spitze des Eisbergs – darunter liegen entscheidende Voraussetzungen wie Infrastruktur, Daten, Organisationskultur, die sich entwickelnde Regulierungslandschaft und technologische Veränderungen. Entscheidend ist, in Menschen nicht nur in Technologie zu investieren, AI gezielt dort einzusetzen, wo konkrete Bottlenecks bestehen, und mit einem „Control Tower“ die strategische Steuerung von Beginn an sicherzustellen.

 

NXAI: Von LLMs zu Industrial AI – Die Sprache der Maschinen – Mag. Albert Ortig betonte, dass KI für den Einsatz in Maschinen näher an die Hardware rücken muss. Damit Physical AI in Robotern, Fahrzeugen oder Produktionsanlagen funktionieren kann, muss sie vom Rechenzentrum auf den Browser oder direkt auf den Chip verlagert werden. Erst so können Maschinen KI in Echtzeit ausführen und eigenständig handeln. Physical AI funktioniert dabei anders als digitale AI: Zeit, Sensoren, Sequenzen und Zustände prägen ihre Logik und nicht LLMs, sondern auf Zeitreihen fußende Modelle – wie Sie von NXAI bei Unternehmen eingesetzt werden – sind hier die richtige Antwort.

 

Von Daten zu Entscheidungen: Wie KI die Industrie transformiert – Mag. Patricia Neumann machte deutlich, wie Siemens KI für die Industrie bereit macht – von Daten zu Taten. Im Fokus standen KI-gesteuerte, adaptive Fertigungsstandorte mit dem Ziel vollständig KI-gestützter Produktionsstätten. Mit dem Digital Twin Composer werden dabei digitale Zwillinge von Siemens mit Echtzeit-Engineering-Daten und Simulationen kombiniert, um industrielle Entscheidungen datenbasiert und effizienter zu gestalten.

 

Panel: AI in Action – Erste Schritte, Herausforderungen, Best Practices: Im Panel wurde deutlich, dass es für erfolgreiche erste Schritte mit KI vor allem klare Strategie und Zielbilder braucht, die von der obersten Führungsebene getragen werden, ebenso wie die Bereitschaft der Mitarbeiter*innen, Veränderungen mitzugehen. Direkte Kommunikation ist dabei ebenso wichtig wie ein vertieftes Testing, das über erste Demos hinausgeht und insbesondere die Anschlussfähigkeit der Tools im Unternehmenskontext prüft. Zugleich wurde betont, dass manche Berufsbilder sich stark verändern oder wegfallen werden und Unternehmen daher gefordert sind, Menschen frühzeitig umzuqualifizieren und Qualifikationen intern gezielt aufzubauen.

 

KI in Leadership & HR: Wie Menschen & Maschinen zukünftig zusammenarbeiten – Mag. Monika Fuchs, MSc machte deutlich, dass KI im Unternehmenskontext zunehmend vom Werkzeug zum aktiven Co-Akteur wird: KI-Agenten entwickeln sich zu digitalen Kolleg:innen, während der Mensch Steuerung, Verantwortung und Entscheidungshoheit behält. Damit verändern sich Arbeit und Führung grundlegend – von operativer Ausführung hin zu Orchestrierung, kollaborativen Arbeitsformen und einer stärkeren Orientierung an Kompetenzen, Produktivität und kultureller Führung. Zugleich rücken neue strategische Fragestellungen in den Fokus, etwa im Umgang mit KI-Kompetenzen, EU-Regulatorien, geistigem Eigentum sowie der zukünftigen Bewertung von Arbeit zwischen Zeiteinsatz und Ergebnisorientierung.

 

Fundierte KI-Entscheidungen treffen: Technik & Recht im Überblick – DI Harald Leitenmüller machte deutlich, dass KI-Kompetenz mehr bedeutet als der bloße Einsatz KI-gestützter Tools: Sie erfordert ein fundiertes Verständnis dafür, wie KI-Systeme funktionieren, wo ihre Grenzen liegen und wie sie verantwortungsvoll eingesetzt werden. Im Fokus standen zentrale Begrifflichkeiten im Kontext der KI-Verordnung, die Einordnung von Benchmarks sowie die Genauigkeit traditioneller und generativer KI-Systeme. Zugleich wurde mit Blick auf KI-Agenten sichtbar, dass wir an der Schwelle zu einem neuen Paradigma stehen, das Arbeit, Organisation und Delegation grundlegend verändern wird und daher schon heute strategische Weitsicht, Klarheit und Verantwortung verlangt.

 

KI als Chance für Innovation, neue Produktlösungen und Geschäftsmodelle – DI Thomas Linde machte deutlich, wie KEBA Künstliche Intelligenz strategisch entlang der eigenen Mission einsetzt: mit dem Ziel, Arbeit und Alltag für Menschen einfacher zu machen und gleichzeitig neue Produktlösungen und Geschäftsmodelle zu erschließen. Im Fokus stehen konkrete Pain Points und klarer Mehrwert, etwa durch AI Assistants, die in Echtzeit, multilingual sowie mit Audio- und Kamerasupport in industriellen Umgebungen unterstützen. Entscheidend sind für KEBA dabei ein innovationsgetriebener Zukunftsblick, Open Innovation, Datenschutzkonformität und eine konsequente Orientierung an Time-to-Market.

 

AI-powered Innovation: Tools, Use Cases & Zukunftsvision - FH-Prof. Dr. Alexander Brendel-Schauberger und  Dr. Kristiana Roth zeigten im Workshop, wie KI entlang des gesamten Innovationsprozesses eingesetzt werden kann – von der Ideengenerierung über den Einsatz von Synthetic Usern bis hin zum Prototyping. Neben Chancen und Grenzen des KI-Einsatzes wurde auch die Vision eines „Autonomous Innovation Process“ anhand eines konkreten Use Cases diskutiert. Besonders intensiv stand dabei die Frage im Raum, was es bedeutet, wenn künftig Agenten für Agenten innovieren und Kaufentscheidungen treffen.

 

Agentic AI im Unternehmen: Erfolgreich einführen, sicher steuern – Mag. Klaus Weissmann und Martin Sporrer machten deutlich, dass Agentic AI im Unternehmen nur dann wirksam eingesetzt werden kann, wenn autonome Systeme auf relevantem Kontext basieren und stets unter menschlicher Aufsicht bleiben. Entscheidend ist dabei die Verknüpfung von Antworten mit nachvollziehbaren Quellen sowie eine klare Endkontrolle durch den Menschen. Die zentrale Führungsfrage lautet daher nicht, welche KI eingesetzt werden soll, sondern welche Entscheidungen Organisationen künftig bereit sind, bewusst an KI zu delegieren.

 

KI im Vertrieb: Vom Hype zum greifbaren Nutzen – Mag. Lic. Livia Rainsberger verdeutlichte, dass Künstliche Intelligenz im Vertrieb vor allem eines ist: ein wirksames Assistenzsystem, das Menschen entlastet, aber nicht ersetzt. Von Lead-Generierung und Deal-Qualifizierung bis hin zu Vertriebsabwicklung und Kundenbindung eröffnet KI bereits heute konkrete Einsatzmöglichkeiten, deren Nutzen unmittelbar spürbar ist – etwa in Recherche, Marktanalyse, Zusammenfassungen oder der Erstellung von Präsentationen. Entscheidend ist dabei nicht, KI möglichst früh einzusetzen, sondern sie strategisch und kompetent zu nutzen, denn ihre Wirksamkeit hängt wesentlich von den Menschen ab, die sie steuern.

 

AI in Action @ Österreichischen Post – Warum oberflächliche Tools den Cappuccino-Effekt erzeugen –Mag. George Wallner, MSc präsentierte in seiner Keynote George Wallner zentrale Erkenntnisse aus einer aktuellen Umfrage der Post zur Automatisierung in Unternehmen sowie vier konkrete Use Cases der Geschäftseinheit Business Solutions. Anhand eindrucksvoller Beispiele zeigte er, wie Kund:innen bereits heute etwa bei Einreichungen bei Krankenkassen, Fraud Detection oder ESG-Reporting unterstützt werden können – mit dem Ziel, Zeit und Kosten zu sparen, ohne Abstriche bei der Genauigkeit zu machen.

 

Panel: Fazit der verschiedenen Breakout Sessions des Nachmittags: Im abschließenden Fazit wurden die zentralen Erkenntnisse aus den verschiedenen Workshops zusammengeführt und den Teilnehmer*innen wichtige Denkanstöße mitgegeben. Deutlich wurde dabei, dass es für den erfolgreichen Umgang mit KI nicht nur Fantasie und Mut zum Ausprobieren braucht, sondern auch Offenheit für Fehler und die konsequente Orientierung am Menschen. 

Networking und Austausch auf Augenhöhe 

Neben den inhaltlichen Inputs bot die Konferenz zahlreiche Möglichkeiten für Vernetzung und Austausch zwischen Führungskräften, Expert*innen und KI Interessierten. 

Beim Networking Breakfast, in Diskussionsrunden und Pausen entstanden wertvolle Gespräche über Erfahrungen, Herausforderungen und Chancen beim Einsatz von KI im Unternehmen. 

Gerade dieser Austausch zeigte: Die erfolgreiche Nutzung von KI entsteht oft im Dialog – durch gemeinsames Lernen und den Blick über die eigene Organisation hinaus.

Fazit: KI wird zur strategischen Führungsaufgabe 

Die LIMAK KI-Konferenz „AI in Action“ zeigte eindrucksvoll, dass Künstliche Intelligenz längst zu einem zentralen strategischen Thema für Führungskräfte und Organisationen geworden ist. 

Der entscheidende Erfolgsfaktor liegt dabei nicht allein in der Technologie, sondern in der Fähigkeit von Unternehmen, KI sinnvoll in Prozesse, Geschäftsmodelle und Entscheidungsstrukturen zu integrieren. 

Die Konferenz bot Orientierung, Inspiration und konkrete Impulse – und machte deutlich: 

Die Zukunft von KI entscheidet sich nicht in der Technologie selbst, sondern darin, wie Unternehmen sie in der Praxis einsetzen.