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Über die Chance und Grenzen des digitalen Lernens

Über Chancen
und Grenzen
des digitalen
Lernens

Melanie Zach und Florian Hirner von der LIMAK Austrian Business School geben im folgenden Interview spannende Einblicke in den Bereich Digitales Lernen und erklären, welche Chancen und Herausforderungen diese Entwicklungen bereithalten und was der LIMAK beim Thema Online Lernen wichtig ist.

Was hat sich an der LIMAK im Bereich der Digitalisierung getan?

Florian Hirner: Die Zeichen der Zeit stehen auf digitale Bildung. Die Corona-Pandemie hat die Vorteile unmittelbar aufgezeigt und die Nachfrage nach flexiblen Angeboten gesteigert. An der LIMAK lag der Schwerpunkt lange Zeit auf reinen Präsenzveranstaltungen. Mittlerweile haben wir aber viele digitale Elemente und Formate in unser Gesamtangebot integriert.

Warum hat sich die LIMAK für diesen neuen Weg entschieden?

Florian Hirner: Wir möchten Führungskräften und Expert/innen als lebenslanger Lernpartner zur Verfügung stehen, um bei der bestmöglichen Erfüllung des Führungs- und Managementalltages zu unterstützen. Außerdem sind wir überzeugt, dass der Schlüssel zum Erfolg ein flexibles und digitales Angebot ist. Die Faktoren Zeit- und Ortunabhängigkeit sind für Führungskräfte und Manger/innen wesentlich.

Melanie Zach: Auch Expert/innen zum Thema „Neues Lernen“ prognostizieren: Selbstlernen gewinnt an Popularität, Blended Learning wird zum Standard, Präsenztrainings müssen sich lohnen und zum Event werden. Live ist nicht gleich Präsenz, Online-Formate müssen stärker differenziert werden – genau darauf hat die LIMAK reagiert.

Die Faktoren Zeit- und Ortsunabhängigkeit sind für Führungskräfte wesentlich. 

Florian Hirner

Wie sieht dieses neue, ausschließlich digitale Format aus?

Florian Hirner: Wir haben ab dem Jahr 2022 zehn Online Diplomlehrgänge mit einem breiten Themenspektrum von Arbeitsrecht bis zu Sales Management. Diese Online Diplomlehrgänge schaffen in fünf Lernwochen einen fundierten, wissenschaftlich orientierten Wissensaufbau sowie einen unternehmensspezifischen, praxisorientierten Transfer. Mit unseren neuen Management Spotlights haben wir zudem eine Webinarreihe geschaffen, in der monatlich renommierte Speaker aus unterschiedlichen Fachbereichen zu Führungskräften und Manager/innen über trendorientierte Themen sprechen.

Hat sich auch im LIMAK MBA etwas in puncto Digitalisierung getan?

Florian Hirner: Der LIMAK MBA lebt vom Austausch in den Präsenzveranstaltungen und am Campus. Aber wir können unseren Teilnehmer/innen durch digitale Elemente in der Wissensvermittlung mehr zeitliche Flexibilität verschaffen, indem wir zum Beispiel eigens an der LIMAK produzierte Lernvideos mit unseren Expert/innen integrieren und diese den Präsenztrainings vorlagern.

Spiegeln sich diese Entwicklungen auch im IN.SPIRE Inhouse Bereich wider?

Melanie Zach: Ja, IN.SPIRE hat von diesen neuen Online Formaten und vom Know-how und den Erfahrungen im Bereich Digitales Lernen profitiert. Unsere maßgeschneiderten Leadership und Management Trainings finden nicht mehr automatisch zu 100 % in Präsenz statt, sondern werden zunehmend durch die neuen digitalen Formate angereichert.

Damit digitale Formate gelingen, braucht es Motivation und Offenheit.

Melanie Zach

Und nach welchem Konzept wird digitales Lernen an der LIMAK konkret umgesetzt?

Florian Hirner: Online Elemente können einerseits als Ergänzung zu Präsenztrainings, beispielsweise durch vor- oder nachgelagerte Online Phasen, genutzt werden – sogenanntes Blended Learning. Andererseits können sie aber auch Präsenzzeiten komplett ersetzen, beispielsweise durch Online Diplomlehrgänge, die 100 % online
stattfinden.

Melanie Zach: Im IN.SPIRE Bereich ist uns in der Konzeption immer wichtig, den zum Kunden passenden Formate-Mix zu entwickeln. Rahmenbedingungen, Unternehmenskultur und Vorerfahrungen des Kunden in Bezug auf Lern- und Schulungsmethoden werden daher von uns berücksichtigt.

Gibt es schon erste digitale Erfolgsstorys bei IN.SPIRE?

Melanie Zach: Auf jeden Fall! Für einen renommierten, internationalen Kunden konnten wir durch vor- und nachgelagerte Webinare und maßgeschneiderte Arbeitsaufträge dazwischen ein erfolgreiches Blended Training umsetzen. Besonders stolz bin ich auf die das Blended Learning Format einer ganzen Führungskräfte-Akademie. Präsenztage wurden um ein Drittel reduziert und durch Online Selbstlernphasen ergänzt. Rund 70 Videos wurden dafür in unserem LIMAK-Videostudio gedreht und mit Literatur und kontinuierlichen Arbeits- bzw. Umsetzungsaufträgen zu einem durchdachten, didaktischen Gesamtkonzept über mehrere Wochen verwoben.

Digital vs. Präsenz - unterscheidet sich der Lernerfolg?

Florian Hirner: Digitales Lernen wird viel individueller gestaltbar, nicht nur was Zeit und Ort des Lernens selbst betrifft, sondern auch inhaltlich, zum Beispiel bei den zur Verfügung gestellten Lernressourcen. Man kann unterschiedlichen Lerncontent zu einem Thema bereitstellen und der Lernende wählt selbst aus. Es gelingt daher leichter, die Lernenden dort abzuholen, wo sie stehen.

Melanie Zach: Auch die Lernkurve und der Lerntransfer in den Arbeitsalltag können durch die neuen Online Elemente nachweislich gesteigert werden. Online Lernen erfordert, im Vergleich zu Präsenzevents, einen längeren zeitlichen Prozess.

Gibt es auch Herausforderungen oder Grenzen des digitalen Lernens?

Florian Hirner: Ja, definitiv. Man kann und soll nicht alles digitalisieren, nur weil es modern ist. Es lohnt sich immer ein genauer Blick, in welchen Lernkonzepten die Stärken des digitalen Lernens sinnvoll eingebracht werden können.

Melanie Zach: Damit digitale Formate gelingen, braucht es Motivation und Offenheit. Viele Teilnehmer/innen und Unternehmen betreten mit dieser Art zu lernen Neuland. Selbstmanagement und Konsequenz sind gefragt: Nehme ich mir wirklich jede Woche zwei bis drei Stunden Zeit, um das nächste Online Lernpaket zu bearbeiten? Nun heißt es: Zeit fürs Lernen nehmen, Lernen verankern, Prioritäten verändern und der Führung einen Platz geben – dies zu meistern, ist nicht zu unterschätzen!

Bietet IN.SPIRE für seine Kunden auch Lifelong Learning Möglichkeiten?

Florian Hirner: Ja, sehr zu unserer Freude nutzen einige IN.SPIRE Kunden bereits die LIMAK-Management Spotlights. Absolvent/innen von IN.SPIRE Programmen können somit ganz im Sinne von lebenslangem Lernen im Bereich Leadership und Management am Ball bleiben.

Melanie Zach: Wünscht der Kunde ein unternehmensinternes Angebot, entwickeln wir hier exklusive Impulse, die sich ganz bewusst an den Themenschwerpunkten des Unternehmens orientieren. Damit kann eine gemeinsame Sprache und ein gemeinsames Verständnis von relevanten Themen entwickelt werden.

Florian Hirner ist seit 2018 an der LIMAK für den Aufbau des Digital Learning Bereich verantwortlich und leitet zugleich auch das LIMAK E-Learning Competence Center, das für die Neuentwicklung von digitalen Produkten sowie für den Know-how Transfer zum Thema Digital Learning im LIMAK Team zuständig ist. Es gibt mittlerweile zehn reine online Management- und Leadership Weiterbildungen an der LIMAK, unter anderen zu Themen wie Nachhaltigkeit, Agilität und digitaler Geschäftsmodellentwicklung, welche als Standalone oder auch als Teil eines Universitätslehrgangs- oder MBA-Programms absolviert werden können.

Melanie Zach ist Learning & Development Expert im Geschäftsbereich LIMAK IN.SPIRE und betreut eine Vielzahl an (internationalen) Firmenprojekten wie etwa Miba, Oberbank, Scheuch, AMAG, voestalpine AG. Sie konzipiert für diese Unternehmen maßgeschneiderte Leadership- und Management-Weiterbildungen und taucht dabei oftmals tief in Gegebenheiten der Organisationen ein, um optimale und den Bedürfnissen des Unternehmens entsprechende Lern-Designs zu entwerfen.